Vergänglich. Was ist es nicht?

Jeriko lädt auch in dieser Woche zum Themenshooting. “Vergänglichkeit” ist das Motto. Es ist ein Fass ohne Boden. Ich wusste gar nicht mehr, wo aufhören mit all den Motivideen. Weshalb das jetzt eine kleine Rundreise durch meine Gedanken wird. (Und über die Qual der Auswahl will ich eh schon seit Ewigkeiten was schreiben.)

Es begann heute Nacht. Meditatives Klicken nannte ich es irgendwann. Rund 200 Mal auf den Auslöser klicken. 6 Sekunden warten. Auf Kamera und SD-Karte warten. Wieder klicken. Bis 2 Momente aufeinandertreffen und das Adrenalin beim Blick auf das Display kickt.
(bild von mir, bildunterschrift war: gewitter - arnswalder platz iv)

Und dann fing es an zu rattern. Die Sonne, die in den letzten Wochen unsere Strohblumen dahingerafft hat.
(bild von mir, bildunterschrift war: hanging leaves)

Die kaputten Jalousien an diesem einen Haus auf der Greifswalder, die mich immer wieder ins Marseille des Jahres 1997 versetzen.
(bild von mir, bildunterschrift war: window lid)

Und dann taucht der unvermeidliche Satz in meinem Bewusstsein auf: Alles ist vergänglich. Auch die frisch gebauten Town Houses werden ihren Untergang erleben. Das Leben in diesen Häusern vielleicht schon morgen.
(bild von mir, bildunterschrift war: schweizer gärten im p'berg)

Charlie Runkle’s Worte in meinem Ohr: “Communication lines are wiiiide open.” Die Assoziationen und Bedeutungskontexte plumpsen vor meine Linse. Wasser. Und der Mond.
(bild von mir, bildunterschrift war: schönbrunn im volkspark f'hain)

Das weiße Gold. Ganz besonders in unserer WG…
(bild von mir, bildunterschrift war: milch im regal)

In Stein gehauene Monumentalität.
(bild von mir, bildunterschrift war: neptunbrunnen - arnswalder platz)

Und all die Motive, die es nicht vor meine Linse oder in diese Auswahl geschafft haben. Das Ernst-Thälmann-Denkmal, das in seiner puren Größe die Vergänglichkeit der DDR kaum vor Augen zu führen vermag oder gerade deswegen vielleicht doch – je nach persönlichem Erfahrungshorizont. Die Wimpelkette mit den Nationalflaggen vieler, verschiedener Länder. Nationen und Staaten. Ein Konzept menschlicher Kollektivorganisation, das irgendwann entstand, viele Gesichter hat und diese auch in Zukunft immer wieder wandeln wird.

Zum Schluss nochmal zurück zur Challenge. Wenn ich ein Motiv wählen müsste (was ich hiermit tue, und das ist auch die eigentliche Herausforderung), dann wird es dieses hier:
(bild von mir, bildunterschrift war: gewitter - arnswalder platz iii)