Ich glaub, ich muss Angestellter werden.

Das mit dem zu Hause arbeiten funktioniert einfach nicht. Ich hab 1-2 gute Tage und dann… Dann müsste ich mir selbst das Internet wegnehmen. Und alle Bücher. Und alle Filme. Und alle Putzmittel. Und den Teil meines Gehirns, der für Tagträume zuständig ist. Und … letzteres wär jetzt aber wirklich etwas albern.

In solchen Momenten bilde ich mir ein, es bekäme mir gut, als Angestellte und in einem Büro und mit festen Anwesenheitszeiten und so zu arbeiten. Da wär ich dann in einer Umgebung, bei der ich sage: Da geh ich zum Arbeiten hin. Alle anderen sind auch am Arbeiten. Arbeitsatmosphäre. Das ist es, was ich brauche. Leute um mich rum, die nach einem 5-minütigen Small Talk unruhig werden, weil sie weiter arbeiten wollen. Leute, die in der Lage sind, sich nicht großartig ablenken zu lassen. Leute, die Arbeitsatmosphäre schaffen können.
Dass das auch für jedes Büro mehr einer Traumvorstellung gleich kommt, weiß ich übrigens selbst. Und lange würd’ ich sowas auch gar nicht aushalten. Aber wie war das mit dem grünen Gras und der anderen Seite …

Dennoch macht es einen Unterschied, ob ich irgendwohin zum Arbeiten gehe, wo auch andere arbeiten, oder daheim in meinem eigenen Saft schmore. Irgendwo allein zu hocken bedeutet ja immer auch, dass die sozialen Kontrollen bzw. Sanktionen bei Rumschlonzerei nur sehr, sehr bedingt wirken. Es geht doch nichts über die leicht angehobene Augenbraue eines Kollegen, wenn er schon das fünfte Mal am eigenen Schreibtisch vorbeikommt und schon das fünfte Mal keins der Arbeitsprogramme auf dem Bildschirm prangt. Ok, DAS muss mir jetzt auch nicht jeden Tag passieren.

Einen interessanten Ausweg bietet wie so oft die Goldene Mitte. Mein eigenes Ding durchziehen und trotzdem mit anderen zusammen in einem Raum arbeiten – der, btw, keine Bibliothek ist. Das Hallenprojekt plant genau sowas. Das wird mich sicher kaum von meinem immer währenden Kampf abhalten, aber es kann mir das alles vielleicht ein wenig leichter machen.