Eines Morgens
Eines Morgens wacht er auf und weiß, etwas ist anders.
Er steht auf, geht in die Küche, setzt Kaffee auf.
Er geht zurück ins Schlafzimmer, zieht sich an, geht zum Bäcker.
Er kommt zurück in die Wohnung, deckt den Frühstückstisch, sie ist gerade im Bad.
Sie kommt in die Küche, schmiegt sich an ihn, will einen Kuss von seinen noch weichen Lippen rauben.
Er lässt ihren Wunsch gewähren, spürt ihrer beider Lippen sich berühren, nimmt wie immer ihren Kopf in seine Hände.
Sie spürt das Beben ihrer Lippen, ihr fehlt das Beben seiner Lippen, es ist früh am Morgen.
Er nimmt seine Hände von ihr, schnell wollen sie weg, das Unbehagen mit dem Aufschneiden der Brötchen verdecken.
Sie schaut ihn an, hofft auf die Kraft seiner lächelnden Augen, kann nur seinem Blick auf den Tisch folgen.
Er beißt in den weichen Teig, sieht auf den Teller, spürt seinen Körper sich entfernen.
Er sitzt reglos da, sein Geist und sein Magen geraten in einen Strudel, entfernen sich immer weiter von diesem Tisch.
Er blickt auf ihre Hände, wünscht sich, er würde sich wünschen, sie jetzt zu berühren.
Er kann nicht, steht auf, geht ins Bad.
Eines Morgens geht er aus dem Haus und weiß, etwas ist anders.