Category: visuelles

moin.

crossroad

moin.

iced jelly

moin.

flughafensee iii

moin.

seating

moin.

train

Lexi.


(via fubiz)

starshine.

oberbaumbrücke

Mehr von dieser Sorte im skylines-Album.

Motive.

Motive und die Motivauswahl sind gerade mein ganz persönlicher Alptraum. In einer gefühlten Schnappschnussmentalität gefangen. Wie gesagt, es ist ein Gefühl. Allzu schlimm kann’s nicht sein, da es Menschen gibt, die meine Bilder gut finden und in seltenen Fällen sogar in ihren Blogs verlinken – auch wenn es sich mal nicht um einen Spruch von Bronko handelt. Aber zufrieden oder gar glücklich bin ich darum mit meiner Photographie, mit meinem Ansatz keineswegs.

Alles schonmal dagewesen. Und jetzt?

Jetzt mal Butter bei die Fische. Zu jedem Zeitpunkt in der wieviel(?)tausendjährigen Menschheitsgeschichte kann einen das Gefühl überkommen: Hatten wa schonmal! Aaaaalt! Und keine drei Sekunden später kommt irgendwas des Weges, das das verheißungsvolle Etikett “neu” verdient. Doch die Russischen Formalisten am Beginn des 20. Jahrhunderts haben es bereits messerscharf erkannt: Neu ist hier nichts, allenfalls anders oder ungewohnt kombiniert. Und die Wahrnehmung, dass etwas anders/neu/ungewohnt ist, hängt immer davon ab, was der Einzelne bislang und speziell in den letzten Jahren hauptsächlich wahrgenommen hat. Ein unüberschaubares Konglomerat an tagtäglichen Eindrücken hinterlässt seine Spuren in uns. Prägt uns und unsere Einstellungen.

Icke nun also an dem Punkt, an dem das alles nicht das Wahre ist. Und wie so häufig an diesem Punkt ziehe ich den Telefonjoker und gönne mir ein Gespräch zwischen bewusstem Umgang und eigenem Handeln. Auf den Wegen sich selbst im Blick behalten und die Herausforderung suchen. Zum Gewohnten nein sagen. Zum Ungewohnten Ja sagen. That’s the Plan.

Vergänglich. Was ist es nicht?

Jeriko lädt auch in dieser Woche zum Themenshooting. “Vergänglichkeit” ist das Motto. Es ist ein Fass ohne Boden. Ich wusste gar nicht mehr, wo aufhören mit all den Motivideen. Weshalb das jetzt eine kleine Rundreise durch meine Gedanken wird. (Und über die Qual der Auswahl will ich eh schon seit Ewigkeiten was schreiben.)

Es begann heute Nacht. Meditatives Klicken nannte ich es irgendwann. Rund 200 Mal auf den Auslöser klicken. 6 Sekunden warten. Auf Kamera und SD-Karte warten. Wieder klicken. Bis 2 Momente aufeinandertreffen und das Adrenalin beim Blick auf das Display kickt.
gewitter - arnswalder platz iv

Und dann fing es an zu rattern. Die Sonne, die in den letzten Wochen unsere Strohblumen dahingerafft hat.
hanging leaves

Die kaputten Jalousien an diesem einen Haus auf der Greifswalder, die mich immer wieder ins Marseille des Jahres 1997 versetzen.
window lid

Und dann taucht der unvermeidliche Satz in meinem Bewusstsein auf: Alles ist vergänglich. Auch die frisch gebauten Town Houses werden ihren Untergang erleben. Das Leben in diesen Häusern vielleicht schon morgen.
schweizer gärten im p'berg

Charlie Runkle’s Worte in meinem Ohr: “Communication lines are wiiiide open.” Die Assoziationen und Bedeutungskontexte plumpsen vor meine Linse. Wasser. Und der Mond.
schönbrunn im volkspark f'hain

Das weiße Gold. Ganz besonders in unserer WG…
milch im regal

In Stein gehauene Monumentalität.
neptunbrunnen - arnswalder platz

Und all die Motive, die es nicht vor meine Linse oder in diese Auswahl geschafft haben. Das Ernst-Thälmann-Denkmal, das in seiner puren Größe die Vergänglichkeit der DDR kaum vor Augen zu führen vermag oder gerade deswegen vielleicht doch – je nach persönlichem Erfahrungshorizont. Die Wimpelkette mit den Nationalflaggen vieler, verschiedener Länder. Nationen und Staaten. Ein Konzept menschlicher Kollektivorganisation, das irgendwann entstand, viele Gesichter hat und diese auch in Zukunft immer wieder wandeln wird.

Zum Schluss nochmal zurück zur Challenge. Wenn ich ein Motiv wählen müsste (was ich hiermit tue, und das ist auch die eigentliche Herausforderung), dann wird es dieses hier:
gewitter - arnswalder platz iii

Hugo und wie er die Welt sah.

Sandrine Estrade Boulet. Sie photographiert Dinge in der Stadt, meist draußen auf der Straße und an Gebäuden. Und haucht ihnen dann neues Leben ein. Auf ganz zauberhafte Weise. Den hier mag ich am Liebsten. Hugo, der schelmische Pfahl.
Hugo le poteau malicieux, Sandrine Estrade Boulet
(Besten Dank an Sandrine fürs Bildhierzeigenkönnen.)

Und es gibt noch so viel mehr. Das pom pom girl, den blauen Schmetterling, die gefräßige Pizzabox, der kleine Hund und sein Knochen (ganz großartig!), … ach, ich könnt ewig weiter aufzählen.

Die Stadt neu sehen und sie dabei neu denken. So soll es sein. Und das alles mit unglaublich viel Humor und Lebensfreude.

Sandrine Boulet, via fubiz.