Year: 2010

moin.

numbers

Meine 3 Cents zu diesem Sexismus.

Die Debatte bei und um Amy & Pink ist nur ein Eingang ins Schloss. Das Spannendste daran: diejenigen weiblichen Wesen, die keinen Sexismus in dem sehen, was dort gebloggt wird. Ich musste sofort an einen Spiegelartikel vor ein paar Jahren denken. Es ging um die Generationen selbstbewusster Frauen seit Beginn der 1990er, die Feminismus nicht mal mit spitzen Fingern schief von der Seite angucken würden. Die ihr Spiel mit der Gesellschaft und ihrer Umgebung spielen. Die dabei z.T. auch mit Symbolen an sich und um sich schmeißen, die – von einem Mann eingesetzt – eindeutig als sexistisch (= Frauen gegenüber herabwürdigend) gelten. Und es ging um die Feministen, die in alter Tradition denken und keinen blassen Schimmer haben, wie sie die Handlungen und Überzeugungen dieser feminismusresistenten Frauen denn bitte schön jetzt wieder einordnen sollen.

Es ist in erster Linie ein Rebellieren gegen nach wie vor existierende Tabus. Es ist das Spiel mit der Erotik und/oder dem Verruchten, das bereits an so vielen Stellen Einzug in unser (öffentliches) Leben gehalten, aber trotz alledem noch von zu vielen Menschen mit pikiert gerümpfter Nase zur Kenntnis genommen und moralisch abwertend be-/verurteilt werden. Es ist der Kampf für menschliche Triebe und den Spaß am Ausleben. Das mag manchmal niveaulos daherkommen. Aber auch hier sofort die Frage: Warum gilt etwas als niveauvoll, anderes als niveaulos und in welchen Diskursen und moralischen Mustern entstehen diese Ansichten?

Cut. Der wichtige Spreeblick-Artikel über die Frauenfiguren in den Spielen dieser Welt (ausgenommen MMORPGs). Eine Abrechnung mit den wenigen, immer wiederkehrenden Rollen, die Frauen als schwache oder hässliche Personen in Szene setzen. In den Kommentaren der wichtige Hinweis auf die wenigen, immer wiederkehrenden Rollen, die Männer als hünenhafte Muskelprotze in Szene setzen. In beiden(!) Fällen die große Frage: Wieviele Menschen werden damit real repräsentiert, spielt das überhaupt eine Rolle, in welcher Form und wie sieht es mit dem (vermeintlichen?) unnötigen Druck auf die Menschen aus, die glauben, die Diskrepanz zwischen Spiel und ihrem eigenen Selbst aufheben zu müssen.

Wir waren schonmal weiter. Die Debatte rund um das Problematische an unserem Schönheitsideal ist z.B. genau so eine nachfolgende Debatte, die das eigentliche Problem beim Schopfe packt. Davon sind alle betroffen, die nicht in das Ideal passen. Ganze Industrien haben sich darum entwickelt. Frauen dürfen hier in aller Öffentlichkeit ihre Neurosen und Problemchen besprechen. Männer werden von allen Seiten dafür milde ausgelächelt. Oder auch: Wo ist der boy’s day, der die Jungs in die Geisteswissenschaften bringt?

Es wird Zeit, dass Emanzipation als das begriffen wird, was es ist. Die “Befreiung aus Abhängigkeit und Unmündigkeit sowie der Verwirklichung der Selbstbestimmung”. Für alle. Denn neben Frauen und Männern gibt es – und das wird gerne mal vergessen in diesen Internetdiskussionen – noch diejenigen, die sich keiner der beiden Kategorien zuordnen wollen oder können. Die Hermaphroditen, transgender, Transsexuellen und was sich nicht sonst noch alles an (Selbst-)Bezeichnungen in den vergangenen Jahren ergeben hat.

Ich will gar nicht leugnen, dass es speziell gegen Frauen gerichtete Diskriminierung gibt. Gerade heute wieder drüber gestolpert. Ein 15-jähriger über Mädels im Allgemeinen:

Die Ische kann noch so geil sein – wenn man zu ihr sagt “Komm Baby, blas mir einen!” und sie es tut, ist sie halt eine Schlampe.

Und was machen wir mit Hank Moody? Wir finden ihn kollektiv und über alle Gendergrenzen hinweg geil. Aber warum? Eine Antwort darauf steht oben, es ist die Sache mit den Tabus und dem Sprengen gesellschaftlicher bzw. moralischer Normen.

An anderer Stelle:

Mit Kohle kannst du sicher sein, dass die Mädels bei dir bleiben. Das ist bei denen doch immer so. Du gibst ihnen einen Drink nach dem anderen aus, und wenn du kein Geld mehr hast, dann gehen sie zum Nächsten. Bei meiner Ex war es ähnlich. Ich fand sie so geil, dass ich gar nicht merkte, wie sie mich ausgenutzt hat. Nach zwei Monaten hat sie dann einen reicheren Macker gefunden und mit mir Schluss gemacht, die Schlampe.

Inwiefern sich diese Frauen in eine selbstgewählte Abhängigkeit begeben oder doch eher nach Belieben mit den Männern spielen und damit diese herabwürdigen. Hmmm…
Aber dazu: Jeder Mann gerät unter Generalverurteilung, wenn er seine Frau/Freundin für eine Jüngere verlässt. Und wo ist jetzt der Unterschied?

Emanzipation. Für alle.

moin.

coffeebar

moin.

crossroad

moin.

iced jelly

moin.

flughafensee iii

Nach diesem Wochenende bleibt nur noch eine Frage offen:

moin.

seating

moin.

train

ein fingerschnippen.

der falsche blick.
eiskalt zieht es hinunter.
worte sind gar nicht notwendig.
sie sind trotzdem da.
hass.
blinde wut.
zerstörerisch.
in einzelteile zerlegt.
das lego für erwachsene fängt wieder an den grundmauern an.