Month: Dezember, 2009

Aus der Reihe “ungewöhnliche Mülleimer, die eigentlich recht gewöhnlich sind, aber keineswegs diesen Eindruck erwecken”: r2d2.

LalBagh Botanical Gardens, Bangalore

LalBagh Botanical Gardens, Bangalore

Aus der Reihe “ungewöhnliche Mülleimer”: der Baumstumpf.

Die haben wirklich Humor, die Inder. Wobei da ein handfestes Prinzip dahinter stecken dürfte: Aufmerksamkeit erwecken und Gewohnheiten ändern. Der Inder an und für sich ist es eher gewohnt, seinen Müll einfach an Ort und Stelle fallen zu lassen. Eine Müllabfuhr, die regelmäßig die in der Gegend rumstehenden und -hängenden öffentlichen Mülleimer und Papierkörbe leert, ist hier offenbar gerade erst im Entstehen. In den vergangenen 4 Monaten habe ich vielleicht 2 oder 3 große Müllabfuhrwagen gesehen. Viel häufiger hingegen Menschen, die mit einem weißen Plastiksack behangen durch die Straßen laufen und nach noch irgendwie Brauchbarem suchen, z.B. weggeworfene Plastikflaschen. Wie der Rest des nun wirklich unbrauchbaren Mülls verschwindet, habe ich noch nicht gesehen. Nur, wie er von Menschen zu Fuß und mit einem Besen bewaffnet zusammengekehrt wird.
Die häusliche Müllabfuhr verläuft ebenfalls informell. Bei uns in Delhi kommt morgens kurz nach acht ein Mann mit großem, weißem Plastiksack und sammelt ein, was vor der Haustür steht. Das landet dann auf einem Fahrradanhänger und verschwindet. Vermutlich im Slum an der nächsten Straßenecke, denn dort stapeln sich die weißen Plastiksäcke auf den Dächern der Wellblechhütten.
Mehr und ausführlicheres zum Thema gibt bei suedasien.info: “Unentbehrlich und doch verachtet

LalBagh Botanical Gardens, Bangalore

LalBagh Botanical Gardens, Bangalore

Aus der Reihe “ungewöhnliche Mülleimer”: der Pinguin.

deer park 2

Der Genosse steht im Deer Park, in Haus Khaz Village, Delhi. Er hat dort auch ein paar Kollegen.

Irgendwo unterwegs auf einem Dorfbahnhof gab es auch Schweine als Mülleimer. Interessanter Humor.

Neulich in Amritsar.

Am Bahnhof.

Am Bahnhof.


traffic amritsar
yahoo om strauch
amritsar guest house
Hausengel.

Hausengel.


An der Grenze. Vorne die indische Tribüne. Hinten (der weiße Fleck) die pakistanische Tribüne.

An der Grenze. Vorne die indische Tribüne. Hinten (der weiße Fleck) die pakistanische Tribüne.


Photographing me, photographing you.

Photographing me, photographing you.


Hund auf dem Bahnhof New Delhi.

Hund auf dem Bahnhof New Delhi.

Einmal aufsaugen und ausspucken, bitte. Danke.

Ich hätte jedes Recht der Welt, Bangalore ausgiebigst und bis zum Ende dieser Tage zu hassen für das, was es mir in den ersten 24 Stunden angetan hat. Nun sieht’s aber folgendermaßen aus: Ich liebe diese Stadt. Tradition, Kultur und Moderne gehen hier (auf den ersten touristischen Blick) scheinbar nahtlos ineinander über. Was nicht heißt, dass Bangalore nicht auch genügend Probleme hätte. Aber ähnlich wie in Jaipur habe ich hier auch wieder das Gefühl, dass die meisten Menschen recht glücklich sind in dieser Stadt und gerne hier leben. Und das zeigt sich nach außen. An den Häusern. An langen, langen Wänden entlang von Straßen, die mit wunderschönen Gemälden gestaltet sind. An Leben auf der Straße.

Mein Plan für die nächsten Tage: Bilder für meine Eindrücke sprechen lassen. Hier ein kleiner Anfang.

Buchladen in der Church Street.

Buchladen in der Church Street.


yes, that's a garbage can

yes, that's a garbage can


IMG_1829
opera gruen
opera aufgang
Rabe auf der Treppe zum Opera House

Rabe auf der Treppe zum Opera House

In tiefer Ehrfurcht.

Beim Dragstripgirl gibt’s die “200 besten Songs aus 10 Jahren. 200 in 2000. Es ist ein Monster geworden.” Korrekt! Und deswegen husch, husch, rüber, stöbern, lauschen.

Und wo wir grad schon beim Thema sind. “Kids” vs. “Electric Feel”? Nähnähnäh. “Time to Pretend” So sieht’s ma aus!

Sich hinsetzen und es wollen…

… klappt ja eh nie. Also gar nicht erst versuchen. Aber die Druckstellen… nein, kleiner werden sie davon auch nicht.

file under: klassisches dilemma

Ein Wort zu Reiseführern und Autorikshaws.

Icke bin ja grade in Bangalore. Genau, das ist das IT-Zentrum von Indien. Nun guck ich also, was ich hier so machen kann, wenn ich grade mal keine coworking spaces erkunde. Schritt No. 1: wikitravel. Spaßeshalber lese ich mir auch mal durch, was da so zu den Autorikshaws steht. Und kann mal wieder nur mit dem Kopf schütteln.

Schon für Delhi und generell für Indien steht da nämlich immer das Gleiche. Eigentlich gilt der Preis ‘per meter’, aber die Rikshawfahrer versuchen immer, mehr zu bekommen und denken sich immer viele Gründe aus, weshalb der meter-Preis jetzt grade nicht angebracht ist. Und dann steht da auf wikitravel:

Autos are supposed to charge according to the meter, and you should simply refuse to board one where the meter is faulty or the driver refuses to use it. Saying “meter please” will usually do the trick. If you are desperate to get somewhere, you should at least negotiate the fare before boarding.

Bullshit! Yes, that’s bullshit. Es ist immer gut zu wissen, wieviel Rupies je Kilometer in einer Stadt gelten und dann sollte man ausgehend davon pi mal Daumen die Strecke ausrechnen oder einen Stadtplandienst seines Vertrauens nutzen. Das ist dann die Grundlage fürs Verhandeln. Denn die Ansage lautet: Steige nie in eine Rikshaw (egal, ob Fahrrad oder Auto) ohne vorher den Preis vereinbart zu haben.

Wenn man die Strecke nicht kennt oder grade mal keinen Stadtplan/kein Internet zur Hand hat oder neu in der Stadt ist und noch gar keine Ahnung hat, dann hilft halt nur ein bisschen blind verhandeln und eben mehr als nötig bezahlen. Man merkt dann aber sehr schnell, wie hoch gegriffen einige Preise sind. Kleines Beispiel? Gestern nacht kam ich in Bangalor am Bahnhof an. Bevor ich zum Prepaid-Schalter ging, habe ich mir den Spaß gemacht und mit ein paar Rikshawwallahs gesprochen. Es fing bei 200Rs. an. Für eine 6km-Strecke gefühlt und real viel zu viel. Ich wusste schon, dass die Strecke tagsüber ca. 50Rs. kostet, im Nachttarif (+50%) also ca. 80Rs. Also sagte ich erstmal 50Rs. Und schwupps lag der Preis bei 150Rs., 120Rs. und einmal bei 100Rs. Am Prepaid-Schalter waren es dann 85Rs.

Als Ausländer zahlt man sowieso immer mehr. Und wenn man die Rupie-Beträge mal in Euro umrechnet (68Rs. für 1 EUR), dann kommt man sich auch dezent schäbig vor, jemanden auf Teufel komm raus um 30-50ct. nach unten zu verhandeln. Ich zahle auch gerne 10-30% mehr, besonders seit ich weiß, dass die Inflationsrate in Indien derzeit bei 8-10% liegt und darüber hinaus Riskhawfahrer zum ärmeren Teil der Bevölkerung zählen. Aber was ich überhaupt nicht abkann, sind Rikshawfahrer, die dreist und respektlos verhandeln. Und wenn mir jemand für ne 15Rs.-Strecke mit 50 Rs. oder sogar mehr ankommt, dann ja, lass ich den Menschen auch einfach mal stehen.

Natürlich gibt es auch die “guten” Fahrer. Die, die wirklich überlegen, wie lang eine Strecke ist und den Preis dann nur ein bisschen höher ansetzen (besagte 10-30%), weil eben der Verhandlungspart dann noch mit dazu gehört. Dafür muss man aber leider ein bisschen länger in einer Stadt bleiben, die Preise kennen und abseits der Touripfade unterwegs sein.