Month: April, 2009

Sonne, Strand und Meer.

ruegen

Heute noch schnell Post bekommen. Früher als erwartet und doch genau rechtzeitig, um mir ein Gutteil Hirnfreiheit in den nächsten Tagen zu bescheren.

Was ich am liebsten mag, wenn ich ans Wasser fahre. Ankommen, Sachen abstellen, raus und auf die Dünen zugehen. Das Rauschen fängt hörbar tatsache immer erst kurz vor den Dünen an. In meiner Vorstellung, besser bekannt als: in meiner Zeit hier in Berlin, ist das Meeresrauschen immer schon in Stralsund am Bahnhof zu hören. Aber das ist quatsch. Und das ist auch gut so. Das steigert nämlich die Vorfreude ins Ungemeine, weil da immer noch dieser kurze Moment der Enttäuschung da ist. Hmmm, wieso jetzt noch nicht? Aber dann. Die wenigen Zentimeter Dünenhügelchen hinauf, bis dem Rauschen der Wellen ihr Anblick folgt.

gits24 – Ghost in the Shell – die Serie in 24 Stunden

In trauter girl-geek-din…, äh, -filmabendrunde schauten wir neulich den “Ghost in the Shell”-Film. Und aus lauter Begeisterung, und weil Serien gucken so toll ist, und weil Serien am Stück gucken noch viel tollerer ist, und weil public viewing der neueste heiße Scheiß ist, und … weil es geht, haben wir das #gits24 ins Leben gerufen. Am Wochenende, den 30./31.5. werden wir 24 Stunden am Stück die Serie zu Ghost in the Shell gucken. Wir haben mal grob überschlagen und die 2 Staffeln dürften zeitlich da rein passen. Los geht’s am Sonnabend 16 Uhr.

Folgendes ist der Plan. Regine und ich werden auf jeden Fall da sein und Ghost in the Shell schauen, bis die Schwarte kracht, alle eingeschlafen sind, die Augen viereckig sind, das Sitzfleisch selbst im Liegen nicht mehr mitmacht, der Gang auf den Balkon auch nichts mehr hilft und die letzte Mate leergetrunken ist. So oder so ähnlich jedenfalls. Mitmachen kann jeder (Geeks, Girl Geeks, Queer Geeks, Non Geeks etc.), der möchte und das gerne nur für ein paar Stunden, aber genauso gerne auch die gesamte Zeit über. Interessensbekundungen, Adressausgabe und was sonst noch anfällt, läuft in den Kommentaren bzw. an dem Wochenende dann vorzugsweise über twitter: @ms_sophie und @BitBoutique.

Wir werden auch noch zusehen, dass wir einen Episodenguide zusammengestellt bekommen. Damit kann jeder nachlesen, was passiert ist, wenn er/sie/3.geschlecht sich später hinzugesellt oder zwischen drin mal einschläft. Über Versorgung haben wir auch schon nachgedacht, und ohne bislang zu einem Ergebnis gekommen zu sein, wird es wohl so aussehen, dass wir ein bisschen Getränke- und Knabbervorrat anhäufen, aber parallel gilt: bring your own whatever.

PS: Wer sich hier dezent an nom24 erinnert fühlt: ja, so ähnlich :). Nur ohne livebloggen. Das machen wir vermutlich auf twitter.

Pro watauchimmer

Mit einem erleichterten Schmunzeln habe ich gestern abend das Wahlergebnis des Pro Reli Volksentscheides gelesen. Das Scheitern hatte sich im Laufe des Tages ja bereits ob der geringen Wahlbeteiligung angedeutet. Da kann man zwar immer noch so viel drauf geben, aber andererseits kann ich mich an keine Wahl erinnnern, bei der die Menschen nach einem ruhigen Vormittag dann zu späterer Stunde auf einmal in Massen in die Wahllokale stürmen. Wieauchimmer. Pro Reli ist in beiden Bedingungen gescheitert. Sie hatten keine einfache Mehrheit (51,3% gegen den Entwurf) und das Quorum von 25% Ja-Stimmen aller Wahlberchtigten wurde nicht mal ansatzweise erreicht (14,2% waren’s). (vorläufige Ergebnisse)

Wie schon bei Tempelhof lässt sich auch jetzt wieder eine nette Linie zwischen Ost und West ziehen. Die Westbezirke sind mehrheitlich für den Entwurf gewesen. Die Ostbezirke mehrheitlich dagegen. Einzig Mitte als Mischbezirk liegt auch beim Ergebnis in der Mitte. Was mich so zum Schmunzeln brachte? Diese Ost-West-Trennung können die Pro Reli Leute nicht als Argument bringen. Denn selbst in den Westbezirken, die mehrheitlich mit Ja stimmten, wurde das Quorum nicht erreicht (einzige Ausnahme ist Steglitz-Zehlendorf). hihi.

Erfahrungen, die zu Erkenntnissen führen, die mich ratlos dastehen lassen.

Hausarbeiten. Die universitären Vielschreiber unter uns kennen das und können das Seufzen, das diesem Wort unterlegt ist, geradezu an sich vorbeischweben sehen. Ich saß gerade wieder an so einem Teil. Das Thema war gut gewählt. Ich kenne es und die ersten zwei Drittel waren darstellenderweise schnell geschrieben. Dann kam der Kritikteil. Die Literatur hielt nicht das, was sie in ihren Aufsatztiteln und Abstracts versprochen hat. Sie alle schrieben am eigentlichen Kern vorbei. Oder ich hab’s nicht gerafft. Keine Ahnung. In jedem Fall schwierig. Die Kritiker, wie ich sie verstanden habe, setzten immer zwei Meter neben dem Thema an. Ich hatte aber so eine Ahnung. Also blieb nur die eigene Analyse. Supi, dachte ich mir. Semiotik. Das kennste. Das lässte jetzt mal auf die intentionale Semantik los und da kann am Ende nur ein Scheiterhaufen übrig bleiben. Soviel zur Ahnung.

In der Realität sah das dann so aus, dass ich einen Monat später, bis kurz vor Schluss und nach bereits verschobener Deadline immer noch nicht konkret fassen konnte, was denn nun eigentlich das Problem an dieser scheiß intentionalen Semantik ist. Und fassen können heißt hier: Die Theorie hernehmen, direkt an ihr (und nicht wie alle anderen zwei Meter weiter) die Widersprüche aufzeigen und das dann auch noch in Sätze und Absätze gießen. Die Sache mit dem Perfektionismus konnte ich bislang nicht abschalten. Zu ärgerlich sind die Theorien und dann handelt es sich hier auch noch um eine Zwischenprüfungsarbeit und nicht nur irgendeine popelige Scheinarbeit. Nun saß ich also die vergangenen Tage daheim. Pro Stunde kamen gefühlt drei Worte hinzu. Der sprichwörtliche Krampf wurde zu einem wörtlichen. Samt und sonders nur Unwohlsein. Gestern wurde es spät. Sehr spät. Heute morgen früh raus. Der Montag hielt, was er sonst immer verspricht. Die Todoliste blähte sich auf wie mein Magen, wenn unser Italiener in der WG seine Pizzen buk. Und zack. Der Knoten platzt. Die Arbeit schreibt sich fast von allein zu Ende. Ich bin fast ein bisschen stolz. Ok, noch hat das der Prüfer nicht gelesen. Und meine Beispielschwäche wird wohl auf ewig meine Beispielschwäche bleiben. Aber egal, die Arbeit steht.

Was bleibt ist die Erfahrung, dass zwei Deadlines verstreichen, mein Gemüt zertrampelt am Boden liegt und eine extrem unerholsame Nacht dem Platzen des Knoten vorausgeht. Und da frag mich doch: Wie soll das je besser werden – mit diesem Erfahrungswissen in meinem Gehirn? Genau. Seufz.

Ach ja, das mit dem Scheiterhaufen hat soweit geklappt. Ich hab aber mit der Asche trotzdem noch was neues gebaut. Ich hab da so’n faible für recycled furniture Theoriebausteine.

Pro Reli Volksentscheid – Die Wahl als Gegner durch Nichtwählengehen beeinflussen? Bullshit!

Will eine Initiative mit ihrem Volksentscheid erfolgreich sein, müssen beim Wahlergebnis zwei Bedingungen erfüllt sein:

1. Die Mehrheit der teilnehmenden Wähler muss für den Entwurf stimmen
und zugleich
2. muss mindestens ein Viertel der Stimmberechtigten zustimmen.

(§ 36 (1) “Ergebnis des Volksentscheids” im Gesetz über Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid (Abstimmungsgesetz – AbstG), auf wahlen-berlin.de in den Rechtsgrundlagen)

Beim Volksentscheid zu Tempelhof hörte ich von einigen Menschen, dass sie als Ablehner des damaligen Entwurfs bewusst nicht zur Wahl gingn, weil dies unter bestimmten Umständen den Befürwortern zu Gute gekommen wäre. Knackpunkt seien die 25% Stimmberechtigten, sagten diese Menschen damals. Ich rätselte und rechnete und rätselte, aber mir wollte der Sinn dieser Argumentation nicht klar werden.
Zum Pro Reli Entscheid nun offenbarte sich mir endlich das Missverständnis: Die Nichtwählengeher dachten, dass es nötig wäre, dass 25% der Wahlberechtigten überhaupt nur an der Wahl teilnehmen müssten, um dann bei einfacher Mehrheit den Volksentscheid zu einem Erfolg zu bringen.
Das ist falsch. Es müssen (zusätzlich zur Mehrheit der Wähler) 25% der Stimmberechtigten mit Ja stimmen.

Also: Jeder, der den Entwurf ablehnt und dazu beitragen will, dass die Ablehnung auch in der Wahl wirksam wird, muss wählen gehen.

Befürworter dürfen natürlich gerne zu Hause bleiben. Oder in den Garten fahren. Oder baden gehen.

Lesehinweis zu OpenAccess

In der taz erschien diese Woche ein sachlicher Artikel zur Open Access Initiative. Roland Bertelmann beschreibt in ruhigen Worten, wie Open Access im wissenschaftlichen Umfeld geboren wurde und welche Vorteile sich für die Urheber von Artikeln und Büchern ergeben. Und zeigt dabei, dass nicht google books das Problem ist, sondern die Verlage, die den Wissenschaftlern sämtliche Nutzungsrechte abknöpfen.

In Bezug auf ein neues Urheberrecht muss der Blick der Wissenschaftler und Autoren sich zuerst auf die Verwertungsrechte richten. Was nützt dem Einzelnen der Status des Urhebers, wenn er, wie momentan in der Wissenschaft noch Standard, sämtliche Nutzungsrechte an den Verlag abgegeben hat? Die Frage für die Zukunft stellt sich eher so: welche Möglichkeiten hat der Urheber sich zumindest einfache Nutzungsrechte zu sichern? Ein wissenschaftsfreundlich überarbeitetes Urheberrecht muss an dieser Stelle zukünftig Antworten geben.